Bitteres Ende einer Serie!

Jetzt kommen die "Wochen der Wahrheit"

 

KSV Haingrund – TSV Günterfürst II 0:3 (0:0)

Tore: 0:1 C. Rein (56.), 0:2 A. Mares (FE, 61.), 0:3 L. Jochim (92.)

Schiedsrichter: Otmar Horn (TSV Pflaumheim)

Zuschauer: 80

KSV Haingrund: T. Eckert (TW), O. Schäfer, A. Schütz, P. Kuhnert (C), B.Stohr, N. Haydn, S. Kankaya, D. Yildirim, D. Siebenlist, A. Bergmann, F. Bubik – R. Wölfelschneider, E. Heger, A. Yildirim, D. Herzog, A. Wölfelschneider (ETW)

TSV Günterfürst II: H. Schröder (TW), L. Jochim (C), C. Rein, A. Mares, P. Schwede, S. Walther, P. Köbler, M. Mattes, L. Löb, J. Bendel, J. Saul – N. Neumeuer, N. Mai, J. Koebler

Nein, es wurde nichts mit dem 6. Sieg in Folge! Bis zur 55. Minute stand es in einem insgesamt sehr schwachen B- Ligaspiel torlos Unentschieden. Hätte Goalgetter Salih Kankaya aber bis dahin seine beiden hundertprozentigen Gelegenheiten kurz nach Anpfiff der Partie (3.) und kurz vor dem Seitenwechsel (44.) genutzt, als er beide Male völlig freistehend aus kurzer Distanz am Torwart scheiterte bzw. knapp über den Balken schoss, hätte die Partie sicherlich einen anderen Verlauf genommen. Solche Gelegenheiten lässt Kankaya normalerweise nicht liegen, aber heute klebte ihm förmlich das Pech an den Stiefeln. Auch Diyar Yildirim hätte kurz nach Wiederanpfiff der zweiten Halbzeit (47.) die Kugel aus fünf Meter halbrechter Position eigentlich nur noch einschieben müssen. Stattdessen wollte er es zu platziert machen und schob den Ball knapp am linken Torpfosten vorbei. Dabei schienen die Rollen vor dem Spiel am vergangenen Sonntag klar verteilt zu sein zwischen dem zweitplatzierten KSV Haingrund und der elftplatzierten Reserve des TSV aus Günterfürst. Allerdings drückte beim KSV personell ordentlich der Schuh. Markus Maier, Alec Schönig und Emanuel Heger wurden schmerzlich vermisst. Dazu schleppte sich quasi die halbe Startformation mit mehr oder weniger großen Plessuren über den Platz, da die Alternativen fehlten. Dies merkte man der Partie über die gesamte Distanz an.

Wie aber bereits in den letzten Wochen kam der KSV auch an diesem Sonntag trotzdem gut aus den Startlöchern, denn die ersten zehn Minuten waren noch recht ansehnlich und man hatte das Gefühl, dass heute wenig anbrennen dürfte. Wie oben bereits geschildert, brachte Kankaya bereits in der 3. Minute jedoch das Kunststück fertig und vergab aus fünf Meter völlig freistehend, nachdem er von Diyar Yildirim noch sehenswert in Szene gesetzt wurde. Nach knapp 10 Minuten verbuchte auch der TSV seine erste Torchance. Ein Weitschuß der Günterfürster segelte aber über den Haingründer Torgiebel. Anschließend passierte nicht mehr viel Sehenswertes und die Partie verflachte zusehends. Völlig unerklärlich wirkte der KSV auf einmal in allen Situationen verunsichert und es entwickelte sich fortan ein Spiel mit vielen nickligen und teils überharten Zweikämpfen und unzähligen Fehlpässen auf beiden Seiten. Eine Viertelstunde vor dem Seitenwechsel musste Nick Haydn für seine Farben kurz vor der Linie klären. In der 40. Minute hatte der TSV Glück, dass sich der Günterfürster Keeper eine 40m- Bogenlampe von Alec Bergmann nicht ins eigene Tor boxte. Kurz vor dem Seitenwechsel hatte der KSV dann seine eigentlich beste Phase des Spiels. Eine feine Direktabnahme von Peter Kuhnert aus ca. 25 Metern in zentraler Position konnte vom Gästeschlussmann stark pariert werden. Seine zweite dicke Chance der ersten Hälfte für den KSV konnte Kankaya erneut völlig freistehend und wieder aus kurzer Torentfernung abermals nicht zum Führungstreffer im Tor unterbringen, nachdem er von Dorian Siebenlist mit einem mustergültigen Zuspiel freigespielt wurde. Statt den Ball einfach ins lange Eck zu schieben, schoß er den Ball mit der Pieke knapp über die Latte. Es fehlte einfach das Quentchen Glück im Abschluss. Obwohl spielerisch sehr durchwachsen, wäre eine beruhigende Führung zu diesem Zeitpunkt absolut machbar gewesen.

Auch in den zweiten Spielabschnitt startete der KSV gut. Nach einem starken Steilpass von Bastian Stohr startete Yildirim ein sehenswertes Solo durch die TSV Abwehrreihen. Sein Abschluss aus halbrechter Position im Fünfmeterraum touchierte jedoch leider nur den langen Pfosten. Direkt im Anschluß tauchte erneut Kankaya frei vorm TSV Schlussmann auf. Er schob den Ball allerdings knapp am Tor vorbei. Und es kam, wie es kommen musste wenn man die eigenen hochkarätigen Chancen nicht nutzt. Nach knapp 55 Minuten musste der KSV nach einer etwas halbherzig verteidigten Situation gegen Christopher Rein das zu diesem Zeitpunkt völlig überraschende 0:1 hinnehmen. Dieser Schock saß! Nur wenige Augenblicke später fabrizierte die KSV Defensive wieder einmal einen völlig unnötigen Foulelfmeter. Anstatt den Gegner an der Strafraumkante nur "zu stellen", gab es den Kontakt und dem Referee blieb nichts weiter übring, als auf den Punkt zu zeigen. Bereits der vierte Foulelfmeter in elf Spielen. Diesen nutzte Anton Mares sicher zum 0:2. Der Spielverlauf war damit komplett auf den Kopf gestellt. Nach einer guten Stunde hatte der TSV auch noch das nötige Spielglück, als der Schiedsrichter bei zwei Aktionen binnen kürzester Zeit nicht auf Hand- bzw. und Foulelfmeter entschieden hatte. Stattdessen gab es zweimal den gelben Karton für sichtlich aufgebrachte Haingründer. Die Unzufriedenheit einiger KSV- Akteure ob der eigenen Leistung und mit dem gesamten Spielverlauf war greifbar. Anstatt dass man sich mit seinen eigenen Defiziten beschäftigte und sich auf sein Spiel konzentriert hätte, legte man sich ständig mit seinen Gegenspieler an, und ließ sich von den zum Teil sehr aufgebrachten Zuschauern von außen zusätzlich auch noch anstacheln. Ein Großteil der Partie war gezeichnet von unnötiger Hektik und Aggressivität. Eine gute Viertelstunde vor dem Ende fand ein guter Siebenlist Abschluß im Anschluss an einen Einwurf leider nicht sein Ziel. Auch nachdem die Gäste infolge einer Tätlichkeit gegen Diyar Yildirim die letzten 10 Minuten des Spiels noch in Unterzahl bestreiten mussten, konnte der KSV keinen Nutzen mehr daraus ziehen. Im Gegenteil! Durch einen Freistoß aus ca. 25 Metern und einen Weitschuß aus ca. 18 Metern kam der TSV noch zu guten Gelegenheiten die von Tobias Eckert jedoch noch pariert werden konnten. Nachdem man in den Schlussminuten nochmals umgestellt hatte und alles noch einmal nach vorne warf, musste man nach einem tollen Konter der Günterfürster quasi mit dem Schlusspfiff auch noch den dritten Gegentreffer durch Luke Jochim hinnehmen.

Eine denkbar unglückliche und unnötige Niederlage die der KSV damit einstecken musste. Obwohl der KSV insgesamt schwach spielte, hatte man doch bis zur Führung des TSV herausragende Torchancen, um die Partie für sich zu entscheiden. Allerdings musste die Mannschaft auch den vielen Ausfällen und angeschlagenen Spielern in der Schlussphase der Partie Tribut zollen. Zweikampfstarke Günterfürster machten aus wenigen Chancen drei Tore und investierten insgesamt mehr für diesen Sieg. Nun heißt es Mund abputzen, weiter hart an sich und der Mannschaft arbeiten, damit am nächsten Sonntag gegen die zuletzt starke Reserve der KSG Rai-Breitenbach etwas Zählbares mit auf die Windlücke genommen werden kann. Es geht eben nichts von alleine und die Mannschaft sollte jetzt eine entsprechende Reaktion zeigen!

Nun ist diese im Vorfeld völlig unerwartete Serie des KSV also gerissen. Und dies war vielleicht genau der richtige Zeitpunkt für den berühmten "Schuss vor den Bug". Diese Niederlage hatte sich eigentlich schon in den letzten beiden Partien gegen Lützelbach und Mümling Grumbach schon ein wenig angedeutet und wurde gegen top- eingestellte und stark spielende Günterfürster nun bittere Realität. Günterfürst wollte diesen Sieg einfach mehr. Nun kommen die "Wochen der Wahrheit" und dann wird sich in der Auswärtspartie gegen die KSG Rai- Breitenbach II, dann zu Hause im Derby gegen die GSV Breitenbrunn und schließlich beim Tabellenführer in Sensbach zeigen, wo die Mannschaft tatsächlich steht. Jetzt wird sich zeigen, wie gut diese junge Mannschaft tatsächlich funktioniert und welche Reaktion sie zeigen kann. Mit dieser Niederlage ging es nun zurück auf Platz 5 der Tabelle. Die Spitzengruppe ist immer noch sehr nah beieinander. Aber wenn jetzt nicht aufgepasst wird, dann wird es nochmal eng mit dem Saisonziel Platz 8. 


 

VORSCHAU:

Sonntag, 31. Oktober 2021 – 13:00 Uhr

´KSG Rai Breitenbach II - KSV Haingrund